Gedankenplantage

Ukryty w mieście krzyk

Kategorie: fremde Federn

Exzerpt aus dem Buch der Unruhe

Seite 65 -66

[…] Ich lese wie einer, der verzichtet. Und weil Krone und Königsmantel nie solche Größe ausstrahlen wie dann, wenn der scheidende König sie auf dem Boden zurücklässt, lege ich meine Trophäen des Überdrusses und des Traumes auf dem Mosaik meiner Vorzimmer ab und steige die Treppen empor, angetan nur mit dem Adel meines Blickes.

Ich lese wie einer, der vorübergeht. Und bei den Klassikern, den stillen, die schweigend leiden, fühle ich mich als geweihter Passant, bin gesalbter Pilger, grundloser Betrachter der zwecklosen Welt, Prinz des Großen Exils, der, als er fortging, dem letzten Bettler das größte Almosen seiner Untröstlichkeit gab.

Fernando Pessoa
Das Buch der Unruhe

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Demokratie und Verstand

Die Karriere des Blenders zu Guttenberg ist über die Skandalisierung seiner letzten Affäre hinaus ein Anlass, die Kommunikation über Politik zu hinterfragen. Nicht zuletzt um zu klären, inwiefern eine Ansprache an den Verstand der Menschen überhaupt noch sinnvoll ist. Man muss sich dafür nicht einmal das peinliche Radiogespräch von Holger Klein mit einer Guttenberg-Anhängerin anhören. Die Glorifizierung des geschniegelten Dilettanten hält der einfachsten Nachfrage nicht stand, das kann niemanden überraschen, der sich von der Propaganda nicht hat einlullen lassen. Die Frage: “Was hat Guttenberg gut gemacht?” können dessen glühendste Verehrer noch am allerwenigsten beantworten. Wie denn auch?

Wer nie ein Spiel von Franz Beckenbauer gesehen hat, weiß dennoch, dass er eine “Lichtgestalt” ist. Besser noch “absolute Lichtgestalt” oder etwas mit einem Superlativ. Wer keine Ahnung von Wirtschaft hat und eine solche auch gar nicht entwickeln will, weiß dennoch: ‘Wir’ sind Exportweltmeister, und wie der Name schon sagt, ist das etwas extrem Gutes. Die Identifikation mit einem Status oder einer Gruppe ist dabei schon ein sehr starkes Motiv, die mit einer Person ein noch stärkeres. Es ist nichts anderes als das, was die Psyche von Verliebten prägt. Es sind eigentlich “narzisstische” Triebkräfte, die da am Werk sind, Gefühle, die eigentlich den Bezug der geblendeten Personen zu sich selbst betreffen. Daher ist die Formulierung, man “identifiziere” sich mit jemanden, völlig richtig gewählt. Das Schicksal des Promis wird empfunden, als sei es das eigene. Sein Erfolg ist der seiner Fans, sein Misserfolg ebenso.

Hier weiterlesen.

Aufgelesenes #14

Zu erst eine fröhliche Nachricht, der Volksentscheid in Berlin über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben wurde angenommen.

Es stimmten 665 713 Personen also 27,0%
der Stimmberechtigten mit Ja.

Ihr erinnert euch ja vielleicht noch an Foxconn, den Kontraktfertiger von Apple. Apple hat Foxconn nun für seine Maßnahmen gegen die Selbstmorde gelobt! Gelobt haben sie die. Und wofür genau fragt man sich?

Um Sprünge aus den Hochhäusern der Foxconn-Niederlassung in Shenzhen zu verhindern, hängte Foxconn Fangnetze auf.

Na wenn das nicht zu würdigen ist!! Fangnetze sind eben billiger, als menschenwürdige Bedingungen.

Noch eine erfreuliche Nachricht. Am Anfang des Jahres war ein Tanker im Rhein gekentert, der rund 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord hatte. 900 Tonnen waren bis zum Bergungsversuch in den Rhein geflossen und da dachten die sich nun, „kippen wir eben noch mal 900 Tonnen Schwefelsäure in den Rhein, dann wird die Bergung leichter.

Viel Schlimmer als 1800 Tonnen Schwefelsäure im Rhein sind jedoch laut NRW Behören die Schiffe mit ihrem Diesel, weshalb die deswegen nun eine Vorratsdatenspreicherung für die Binnenschiffahrt einführen. Klingt doch einleuchtend?

Und zum Abschluss noch ein lustiges Foto von letzter Woche. Da haben sich die Präsidenten bzw. Kanzlerin Merkel, Sarkozy und Komorowski in Polen getroffen und die Polen haben Sarkozy gleich mal gezeigt, was sie von ihm halten! :D


Der Spitzelstaat

[…]
Die Linken, das sind eh alle gefährliche Staatsfeinde. Egal ob Antifaschisten oder sonstige linke Studentengruppen, das wird hier infiltriert und observiert, denn es könnten ja “Straftaten” begangen werden. Hatte die Stasi je eine andere Befürchtung? So wie für deren Schergen jeder Regimegegner ein Krimineller war, so ist es hier und heute jeder, der sich etwas Demokratischeres vorstellen kann als die Republik der Ackermanns und Westerwelles. Was derart links ist, kann nur kriminell sein.
[…]

Hier der vollständige Artikel.

Aufgelesenes #13

Drei super Artikel, die inhaltlich auch irgendwie zusammenpassen. Nehmt euch die Zeit und lest die vollständigen Artikel und nicht nur die kopierten Fragmente.

SZ & FAZ Ein Großangriff auf die Pressefreiheit

Wer sich heutzutage im Internet bewegt, gar eine eigene Homepage ins Netz stellt, riskiert seine Existenz, wenn er nicht gerade ein gut gefülltes Konto sein eigen nennt. Blogger sind Abmahnungen schon fast gewohnt, immer wieder wird über juristisch Auseinandersetzungen berichtet. Das Geschäft von Abmahnanwälten blüht — Unternehmen machen Jagd auf alles, was nicht ihrem veralteten Weltbild entspricht und einen schnellen Euro verspricht. Blogger sind oftmals ein beliebtes Ziel, haben diese doch keine gut gefüllte Kriegskasse um sich zu wehren. In der Regel trifft man sich vor der Pressekammer Hamburg, wo Richter Buske Stück für Stück unsere Presse– und Meinungsfreiheit begräbt. Nachdem die Süddeutsche und die FAZ seit 2006 gegen den Perlentaucher vorgehen, war nun das junge Startup Commentarist an der Reihe. Commentarist hat sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Kommentare und Meinungen der etablierten Medien in der Form von Google News zu aggregieren. Dabei wurde selbstverständlich der entsprechende Text verlinkt, die Überschrift übernommen und ein kleines Snippet gezeigt. Das war für die Süddeutsche und die FAZ zu viel — seit dem 04.02.2011 ist Commentarist offline.

Die Presse– und Meinungsfreiheit scheint für die Süddeutsche und die FAZ nur zu gelten, wenn es das eigene Haus betrifft. Sobald kleine Startups mit eigenen Ideen die Bühne betreten, Zusammenfassungen oder Snippets übernehmen, diese nur einen kleinen Teil des großen Ganzen, der neuen Idee, zeigen, werden Anwälte losgeschickt. Dann schlagen sie zurück, mit allen Mitteln, ohne Rücksicht auf Verluste und Folgen für unsere Demokratie.

Hör mal, Jugend!

Was ist eigentlich los mit dir? Alles gut auf eurer verbrannten Erde? Ihr habt keine Chance, das Geld fließt immer schneller in die ganz großen Taschen, jeder Grund und Boden ist längst verscherbelt. Wer nicht reich ist – und das sind ja nun mal die wenigsten von euch -, hat nur eine Perspektive: Arm werden oder bleiben. Was euch dann erwartet, ist nicht mehr das Schwarze unter dem Nagel. Nach Bankenrettung zwo und drei erwartet euch nämlich nicht einmal mehr kein Existenzminimum, sondern nicht mal keins mehr. Na und? geht ihr halt zu Mäckes oder was?

Die Generation meiner Eltern hat gegen die Nazis in den Chefetagen demonstriert, gegen Faschismus, Kapitalismus und für den Sozialismus. Es gab noch Streiks, echte Lohnerhöhungen und das Wort “Solidarität”, das auf sozial Schwächere angewendet wurde.

Von China lernen heißt, erziehen lernen…

Amy Chua, Jura-Professorin in Yale, beschreibt in ihrem Buch „Die Mutter des Erfolgs“, wie sie ihre Töchter drillte und schindete, um den bestmöglichen Erziehungserfolg zu verwirklichen. Bedrängnis und Einengung umschreibt sie als erzieherisches Stilmittel. Kinderseelen müssen unbedingt gebrochen werden, nur so würden sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft. Gute Zensuren waren für Chua unerheblich, nur sehr gute Zensuren wurden von ihr akzeptiert – so habe sie es bei ihren Töchtern praktiziert: bei der älteren mit Erfolg, bei der jüngeren musste sie ihre harte Gangart überdenken.

Das hat in den Vereinigten Staaten eine Kontroverse ausgelöst. Chua beschreibe in ihrem Buch das asiatische Erziehungsideal, bei dem Individuen wenig, das Kollektiv alles gilt. Tatsächlich könnte man auch behaupten, dass das Kollektivdenken der chinesischen Gesellschaft, keine Leistung des Kommunismus (so er denn noch einer ist!) darstellt, sondern bereits vormals dort verankert war – Japan war ja nie kommunistisch, aber auch dort denkt man kollektivistischer als in Europa oder Nordamerika. Es käme daher im asiatischen Raum nur sehr wenig auf individuelle Bildungsmethoden an – die Gemeinschaft wird gebildet und daher muß der individuelle Trieb gezähmt und kanalisiert werden. Hier setzen Erziehungssadismen an, die Chua beschreibt: das einzelne Kind ist nichts, es hat seinen kindlichen Willen abzulegen und sich den elterlichen Vorgaben unterzuordnen – nebenher sichere das den Erfolg des Kindes und bereite diesem eine wohlige Zukunft.

Aufgelesenes #12

Lohndumping für Alle!

Merkel war vor dem EU Gipfel in Brüssel vorher noch kurz nach Spanien gereist, um den dummen Spaniern Schröders Neoliberalismus weiter ein zuflößen . Es geht doch nicht an, dass der Sangria saufende Pöbel sich nicht unserer Wirtschaftspolitik unterwirft!

Man reibt sich aber vor allem deshalb erstaunt die Augen, weil ja Spanien, diktiert von Brüssel und Berlin, 2010 sogar die Löhne der Staatsbediensteten um durchschnittlich 5% per Dekret gesenkt hat. Diese Sparmaßnahmen führen erwartungsgemäß dazu, dass das Land nach zwei Jahren in tiefer Rezession, die sie 2010 gerade verlassen hatte, wieder in die Rezession zurückfällt.

Hachja die Merkel, ein Stern am Lobbyhimmel, die alte FDJ-Funktionärin.

Es ist schon deprimierend, wie die deutsche Hofjournaille von Springer bis SpOn ihre Leser verdummt und nachgerade untertänig der Kanzlerin huldigt. Ohne jede erkennbare Ironie wird die stets bestens geölte Opportunistin post festum zur “Revolutionärin” verklärt.

Erinnert Ihr euch noch an die Demokratisierung des Iraks? Dort wo sie quer durch diese INVESTIGATIVE Medienlandschaft rumgelogen haben, dass Saddam Massenvernichtungswaffen besitzt und damit Israel und wen auch immer damit töten wird?
Jedenfalls haben die Amis irgendwann offiziell zugegeben, dass diese Fakten der Phantasie der Geheimdienste entsprangen. Das Ergebnis dessen ist ja allen bekannt.

Georg W. Bush wurde in der Vergangenheit von einigen Menschenrechtsorganisationen in Europa wegen Kriegsverbrechen verklagt, wobei diese im Laufe der Zeit verebbt sind.

Diese haben jedoch ihre Wirkung wie es sich herausstellt nicht verfehlt. Bush hat nun seinen Beusch bei einer Gala der jüdischen Organisation Keren Hajessod in Genf abgesagt, weil er Angst hat wegen oben genannter Anschuldigungen verhaftet zu werden. :D

Kommen wir zu einem anderen Thema, der Internetzensur. Es vergeht ja kaum mal ein Monat indem nicht ein zwei Mal von Censilias neusten Non Sense Ideen gesprochen wird, das Internet SICHERER zu machen. Ich habe nun vor ein paar Tagen diese Seite gefunden, wo sich jemand die Mühe gemacht hat, graphisch die Weltweite Zensur im Überblick zu zeigen und darzustellen, was am meisten im Internet zensiert wird.

Und was fällt uns da wieder auf? Ich sage nur Bayerns Pilotprojekt für mehr Medienkompetenz
Ach und apropos Internetzensur, schaut mal kurz bei Fefe zu dem Thema vorbei :)

Die SPD hat in den letzten Jahren jedes Vertrauen verspielt

Das Warten ist die grausamste Vermengung von Hoffnung und Verzweiflung, durch die eine Seele gefoltert werden kann.
Sully Prudhomme

Ein schon etwas älterer Artikel, den ich heute nachdem Mittagessen gefunden und gelesen habe. Der Kontext hat mich an eine Unterhaltung mit meinem saarländischen Kommilitonen erinnert, mit dem ich vor zwei Jahren auf unserer Fahrt ins ländliche Saarland gestritten habe, ob es denn Sinn macht in eine Partei einzutreten – SPD, oder die Linke in dem Fall – und sich die Arbeit zu machen etwas, wenn auch nur im Mikrobereich, verändern zu wollen. Ich vertritt, wie ich es auch heute noch immer tue, den Standpunkt, dass es dort nur von machthungrigen Geiern wimmelt, welche die Basis nur mitmischen lassen, wenn man sich der Klientelpolitik (der SPD) verschreibt.

Aber das nur nebenbei. Hier einige Auszüge des Textes, ich hoffe ihr nehmt euch die Zeit und lest ihn euch bei Gelegenheit mal durch.

Nach der Bundestagswahl

Direkt nach der Bundestagswahl habe ich einen 13-Punkte-Plan für die SPD veröffentlicht (für diesen Artikel aktualisiert und redigiert). Zugegeben, an der einen oder anderen Stelle zugespitzt, doch der Zuspruch, den ich (auch aus der SPD) bekommen habe, bestärkt mich in der Ansicht, dass er durchaus als Diskussionsgrundlage dienen kann:

1. Bekenntnis: Die SPD steht links der Mitte

Die SPD muss sich endlich wieder dazu bekennen, dass sie links der Mitte steht. In der sagenumwobenen Mitte ist neben der Union kein Platz. Die SPD hat sich zu einer kümmerlichen Kopie der CDU entwickelt. Die Menschen wünschen sich aber keine Kopie von CDU/CSU, sie erwarten zu Recht eine Alternative. 1998 ist die SPD nicht wegen der Neuen Mitte gewählt worden, sondern weil die Menschen Helmut Kohl abgewählt haben, und Gerhard Schröder einen charismatischen Gegenpart darstellte. Der Begriff links muss endlich wieder eine positive Bedeutung für die Menschen bekommen und darf nicht länger den konservativen Medien als Schimpfwort überlassen werden. Links sein bedeutet Menschlichkeit, sich mit den Sorgen und Nöten der Menschen auseinanderzusetzen und die Schwachen zu unterstützen. Links sein bedeutet in erster Linie Mensch sein. Das bürgerliche Lager ist konservativ und altbacken. Links liegt die Zukunft der Menschen.

2. Rücktritt des Schröder-Clans

Die existentielle Krise der SPD hat prominente Gesichter. An vorderster Front stehen heute als Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz als Hamburger SPD-Chef. Diese zwei Personen müssen sofort von ihren Ämtern zurücktreten, wie schon Gerhard, Schröder, Franz Müntefering und Peer Steinbrück. Die Wählerinnen und Wähler vertrauen ihnen nicht mehr. Mit diesen Gesichtern werden die Rente mit 67, die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze verbunden. Die genannten Personen stehen für den Verrat an der Sozialdemokratie. Will die SPD einen glaubhaften Neuanfang wagen, muss mit den handelnden Personen der Schröder-Ära gebrochen werden. Es müssen neue Gesichter her. Das Beispiel der CDU und Angela Merkels beweist, dass daraus eine neue Erfolgsgeschichte entstehen kann. Nichts ist unmöglich. Allerdings ist nichts mehr möglich mit Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz. Ob man auch Andrea Nahles und Sigmar Gabriel zu diesem Kreis rechnen muss, werden die nächsten Monate zeigen; auch sie sind Schröders Gefolgsleute. Einen Neuanfang für die SPD kann es nur mit neuen Gesichtern geben. Wer glaubwürdig wirken will, muss entsprechend handeln: Besser heute als morgen.

3. Distanzierung von der Agenda 2010, Hartz und der Rente mit 67

Die Wählerinnen und Wähler sehen Agenda 2010, Hartz-Reformen und Rente mit 67 als Verrat an sozialdemokratischen Ideen und den Menschen in diesem Land an. Das zeigt und beweist jede Umfrage. Es ist erforderlich, dass die SPD sich von diesen politischen Entscheidungen mit aller Deutlichkeit distanziert. Eine offizielle und glaubwürdige Entschuldigung der neuen Parteiführung, an die Öffentlichkeit und die Menschen gerichtet, ist dabei unumgänglich. In der Opposition muss die SPD eine Alternative zu den genannten Reformen ausarbeiten. Die SPD hat einen Gesellschaftsplan alternativ zu der bisher vertretenen neoliberalen Lehre zu entwickeln. Möchte die SPD in Zukunft eine Alternative zu Schwarz-Gelb sein, ist dieser Schritt einer der wichtigsten. Die Agenda und die Rente mit 67 waren Sündenfälle sondergleichen, die durch nichts zu entschuldigen sind. Es ist nicht zu verstehen oder nachzuvollziehen, dass es innerhalb der SPD immer noch Mitglieder gibt, die das nicht verstehen. Es beweist nur, wie weit sich manche Teile innerhalb der Partei von den Menschen entfernt haben. Dies gilt es vorrangig, zu korrigieren.

Hier der komplette Artikel.

Aufgelesenes #11

Exportschlager Demokratie: Nordafrika

Nordafrika ist fest in der Hand von Demokratoren, Leuten, die sich eventuell irgendwann haben wählen lassen und irgendwie gar nicht mehr loskommen von ihrer Macht. Inzwischen alle von den USA unterstützt. Im Osten (Ägypten) der Dauerbrenner Mubarak, der demnächst die demokratische Herrschaft an seinen Sohn weiterzugeben gedenkt. Kein Stress mit Israel, nicht zu radikal daherkommen, und man darf in Ruhe ‘diktieren’. Das gilt auch für Freund Saddam zwo, dem Revolutionsführer Gaddafi im angrenzenden Libyen. Seit er den Blutzoll für das Lockerbie-Attentat gezahlt und die USA im dritten Golfkrieg unterstützt hat (ganz im Gegensatz zum zweiten), lässt man ihn in Ruhe.

Kindern den Kommunisten austreiben

Sehen Sie, zum Beispiel meine Tochter, die hat neulich ihr Pausenbrot mit einem Schüler geteilt, der hungrig und ohne Brot war – ich habe ihr diese kommunistischen Flausen ausgetrieben: sie bekommt ab sofort kein Pausenbrot mehr mit! Das muß man tun, solange der Kommunismus sich wieder gesellschaftlich in Nischen schleicht; der Antikommunismus muß erhungert werden, wenn nötig. Sähe ich, dass sie zu viel Mitleid mit jemanden hat, der behindert ist oder einfach nur arm, würde sie sogar mit ihren kindlichen Worten soziale Teilhabe für einen solchen Personenkreis einfordern, ich würde umgehend intervenieren, ich würde ihr ausgiebig darlegen, dass Mitleid keine Zier ist, sondern ein Denkfehler – die Natur lehrt uns: sei hart, dann überlebst du – und nur dass du überlebst ist wichtig; die anderen sollen sich um sich selbst kümmern, dann ist jedem geholfen.

Reichtum und Armut

Die Schere zwischen arm und reich klafft eben nicht nur auf Studien und Statistiken auseinander, sondern überall im alltäglichen Leben. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge meinte einmal sinngemäß: arm sein unter Armen sei auszuhalten, aber arm sein unter protzendem Reichtum ist unerträglich.

Fällt euch was auf?

Copy paste von Zeitgeistlos.

Die große Wirtschafts- und Finanzkrise ist vorbei. Natürlich wird es auch keine mehr geben. Natürlich nicht. Die nächste Wirtschaftskrise ist zwar schon längst da, aber sie heisst eben nicht so. Aus Wirtschaftskrise macht man nun die Eurokrise. Ob Finanz-, Wirtschafts- oder Eurokrise, die Bezeichnung ändert sich, das korrupte und völlig marode System bleibt. Leider wird ein Großteil der Bevölkerung diese Zusammenhänge nicht erkennen. Man stülpt der Krise einen anderen Zusatz auf und will uns damit weismachen, dass jede Krise einzigartig sei und mit der letzten nichts zu tun habe. So werden wir noch viele Krisen durchleben und den Blick für das große Ganze verlieren.

Die Krise heisst Kapitalismus.

 

Das Versagen des Journalismus

Würde der Journalismus in diesem Land funktionieren, hätte es diese für unsere Demokratie eklatanten Fehlentwicklungen nicht geben können. Wenn die taz und die Wochenzeitung derFreitag einen Medienkonkress veranstalten, mit der Frage «Als was verstehen sich Journalisten heute? Als Kontrolleure oder als Moderatoren der Macht?», dann muss ihnen entgegenschallen: «Weder noch, Journalismus ist heutzutage meist nicht mehr, als PR für den, der es sich leisten kann, oder den, der eine gute Schlagzeile hergibt.» Die zu Guttenbergs und Dieter Bohlen sind ein Spiegelbild des heutigen Journalismus in Deutschland. Damit lässt sich keine Gesellschaft formen und für eine gemeinsame Zukunft festigen. Damit erodiert unsere Gesellschaft, unser Miteinander, das, was unsere Väter und Großväter aufgebaut haben.

Nicht nur Politik und Wirtschaft schädigen dieses Land mit ihrem Wirken immens. Mindestens genauso gefährlich ist das Versagen der Medien. Wenn in einem Kommentar der FAZ zu den Studentenprotesten in England davon gesprochen wird, dass das Erziehungswesen in England versagt habe, dann kann und muss man fragen, inwieweit der Kollege noch mit beiden Beinen innerhalb einer funktionierenden und auch streitenden Demokratie steht. Wenn den Gegnern von Stuttgart 21 das Demonstrieren verboten werden soll, dann ist der Gedanke an chinesische Verhältnisse nicht mehr weit. Wenn der Axel-Springer-Konzern mit seinen Flaggschiffen Welt und Bild als Journalismus angesehen und deutschlandweit zitiert wird, dann hat dieses Land ein großes Problem, dem man entgegen treten muss.

Das Problem sind vielleicht gar nicht mal Politik und Wirtschaft. Seien wir ehrlich: wir würden Freunden und Bekannten auch eher einen Auftrag anvertrauen, als ihn öffentlich auszuschreiben. Wenn im Gegenzug Sohnemann eine Ausbildungsstelle bekommt, ist beiden Seiten geholfen. Das passiert täglich in Deutschland — im Großen und im Kleinen. Gefährlich wird es aber erst, wenn niemand mehr da ist, der solche Dinge aufdeckt und kontrolliert. Und genau an dieser Stelle muss sich der Journalismus die Frage stellen lassen, inwieweit er seine durch das Grundgesetz geschützte Aufgabe noch erfüllen kann.

Hier den kompletten Artikel lesen.

Ein Dank geht auch an Ali, der mir die Seite gezeigt hat! ;)