Weitergehen – es gibt nichts zu sehen

von oscar

Es ist töricht anzunehmen, dass aus den Vorfällen in Japan irgendetwas dazugelernt wird. Wir leben in einer neoliberalen Welt, in der Wachstum und Profite über der menschlichen Unversehrtheit stehen.

Ich verstehe auch das ganze rumgeheule nicht. Das AKW in Fukushima sollte eigentlich vor zehn Jahren aus dem Betrieb genommen werden, weil es schon alt war. Weil aber die Betreiber gesehen haben, dass die mit dem Ding aber noch dick Kohle verdienen können, haben sie die Laufzeit noch mal um  10 Jahre verlängert. Das AKW sollte im März (ja im Laufe des Monats) nun ausgeschaltet werden. Ironie des Schicksals.

Auch hier zu Lande hatten wir vor einem, oder zwei Jahren, jedenfalls nach den Bundestagswahlen 2009 eine Diskussion über die AKW Laufzeiten Verlängerungen. Das Ergebnis war, dass Lobbyismus sich auszahlt und die Schwarz-Geld Regierung die Wünsche ihrer Freunde aus der Atomenergielobby erfüllt hat. Ob nun Biblis, Brunsbüttel, oder Krümmel sicher sind, ist scheißegal. Die sind jedenfalls Erdbebensicher und das zählt. Und wenn die Dinger hochgehen, dann bleibt zu hoffen, dass die Atomwolke über Frankreich niederregnen wird. Es stehen ja genügend da in der Ecke.

Die Bevölkerung ist in der Hinsicht jedenfalls scheißegal. Sie ist nur wichtig, wenn es Bundestagswahlen, oder wie demnächst Landtagswahlen gibt. Und das stinkt der CDU gewaltig. Die machen jetzt ein auf „ja wir prüfen die Lage“ – was wie immer heißt, wir warten ab, bis sich der dumme Pöbel über irgendwas anderes echauffieren wird. Außerdem geht es nicht an, dass RWE, oder Vattenfall nun die maroden Kraftwerke sanieren müssen. Die haben ihren Anlegern Dividenden versprochen, hoche Dividenden. Und diese werden nicht erfüllt, wenn für solche Nichtigkeiten Geld ausgegeben werden muss. Das ist doch wie immer, aber die Bevölkerung ist zu bescheuert das endlich mal zu kapieren, deswegen wird wieder nichts passieren – außer die Grünen werden bei den Landtagen gewählt. Weil die ja, ähh, gegen Atomstrom sind undso. Außer wenn sie regieren und dann doch gegen ihre Prinzipien einstehen, weil das halt im Kapitalismus so ist. (Erinnert euch einfach an die Schröder Zeit.)

Aber ein Gutes haben die Vorfälle ja nun in Japan, ein wirtschaftlicher Konkurrent liegt jetzt am Boden und das wird nun bei allem Mitleid bis auf den letzten Cent ausgenutzt.

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