Aufgelesenes #13

von oscar

Drei super Artikel, die inhaltlich auch irgendwie zusammenpassen. Nehmt euch die Zeit und lest die vollständigen Artikel und nicht nur die kopierten Fragmente.

SZ & FAZ Ein Großangriff auf die Pressefreiheit

Wer sich heutzutage im Internet bewegt, gar eine eigene Homepage ins Netz stellt, riskiert seine Existenz, wenn er nicht gerade ein gut gefülltes Konto sein eigen nennt. Blogger sind Abmahnungen schon fast gewohnt, immer wieder wird über juristisch Auseinandersetzungen berichtet. Das Geschäft von Abmahnanwälten blüht — Unternehmen machen Jagd auf alles, was nicht ihrem veralteten Weltbild entspricht und einen schnellen Euro verspricht. Blogger sind oftmals ein beliebtes Ziel, haben diese doch keine gut gefüllte Kriegskasse um sich zu wehren. In der Regel trifft man sich vor der Pressekammer Hamburg, wo Richter Buske Stück für Stück unsere Presse– und Meinungsfreiheit begräbt. Nachdem die Süddeutsche und die FAZ seit 2006 gegen den Perlentaucher vorgehen, war nun das junge Startup Commentarist an der Reihe. Commentarist hat sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Kommentare und Meinungen der etablierten Medien in der Form von Google News zu aggregieren. Dabei wurde selbstverständlich der entsprechende Text verlinkt, die Überschrift übernommen und ein kleines Snippet gezeigt. Das war für die Süddeutsche und die FAZ zu viel — seit dem 04.02.2011 ist Commentarist offline.

Die Presse– und Meinungsfreiheit scheint für die Süddeutsche und die FAZ nur zu gelten, wenn es das eigene Haus betrifft. Sobald kleine Startups mit eigenen Ideen die Bühne betreten, Zusammenfassungen oder Snippets übernehmen, diese nur einen kleinen Teil des großen Ganzen, der neuen Idee, zeigen, werden Anwälte losgeschickt. Dann schlagen sie zurück, mit allen Mitteln, ohne Rücksicht auf Verluste und Folgen für unsere Demokratie.

Hör mal, Jugend!

Was ist eigentlich los mit dir? Alles gut auf eurer verbrannten Erde? Ihr habt keine Chance, das Geld fließt immer schneller in die ganz großen Taschen, jeder Grund und Boden ist längst verscherbelt. Wer nicht reich ist – und das sind ja nun mal die wenigsten von euch -, hat nur eine Perspektive: Arm werden oder bleiben. Was euch dann erwartet, ist nicht mehr das Schwarze unter dem Nagel. Nach Bankenrettung zwo und drei erwartet euch nämlich nicht einmal mehr kein Existenzminimum, sondern nicht mal keins mehr. Na und? geht ihr halt zu Mäckes oder was?

Die Generation meiner Eltern hat gegen die Nazis in den Chefetagen demonstriert, gegen Faschismus, Kapitalismus und für den Sozialismus. Es gab noch Streiks, echte Lohnerhöhungen und das Wort “Solidarität”, das auf sozial Schwächere angewendet wurde.

Von China lernen heißt, erziehen lernen…

Amy Chua, Jura-Professorin in Yale, beschreibt in ihrem Buch „Die Mutter des Erfolgs“, wie sie ihre Töchter drillte und schindete, um den bestmöglichen Erziehungserfolg zu verwirklichen. Bedrängnis und Einengung umschreibt sie als erzieherisches Stilmittel. Kinderseelen müssen unbedingt gebrochen werden, nur so würden sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft. Gute Zensuren waren für Chua unerheblich, nur sehr gute Zensuren wurden von ihr akzeptiert – so habe sie es bei ihren Töchtern praktiziert: bei der älteren mit Erfolg, bei der jüngeren musste sie ihre harte Gangart überdenken.

Das hat in den Vereinigten Staaten eine Kontroverse ausgelöst. Chua beschreibe in ihrem Buch das asiatische Erziehungsideal, bei dem Individuen wenig, das Kollektiv alles gilt. Tatsächlich könnte man auch behaupten, dass das Kollektivdenken der chinesischen Gesellschaft, keine Leistung des Kommunismus (so er denn noch einer ist!) darstellt, sondern bereits vormals dort verankert war – Japan war ja nie kommunistisch, aber auch dort denkt man kollektivistischer als in Europa oder Nordamerika. Es käme daher im asiatischen Raum nur sehr wenig auf individuelle Bildungsmethoden an – die Gemeinschaft wird gebildet und daher muß der individuelle Trieb gezähmt und kanalisiert werden. Hier setzen Erziehungssadismen an, die Chua beschreibt: das einzelne Kind ist nichts, es hat seinen kindlichen Willen abzulegen und sich den elterlichen Vorgaben unterzuordnen – nebenher sichere das den Erfolg des Kindes und bereite diesem eine wohlige Zukunft.

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