Wikileaks und Informationsfreiheit

von oscar

Es hat wohl nicht nur mich in letzter Zeit gewundert, wieso WikiLeaks denn nur einen kleinen Bruchteil der US Depeschen im Internet veröffentlicht, während die großen Zeitungen, wie der Guardian oder Spiegel, alle Daten zugespielt bekomme hat.

Auch wenn ich als einzige Gazette den Guardian für seine ehrliche Berichterstattung schätze, so verstehe ich in keiner Weise, wieso das ehemalige Nachrichtenmagazin mit in die Auswahl einbezogen wurde.
Dies hat nun zur Folge, dass andere Zeitungen nun Millionenbeträge überweisen, um an nicht veröffentlichtest Material zu kommen. Dieses Handeln widerstrebt eigentlich den Grundsätzen der Internetaktivisten.

Nun hat die norwegische Zeitung Aftenposten dank eines Lecks bei WikiLeaks es geschafft, eine Viertel Million geheimer US Depeschen von der Plattform runterzuladen.
Interessant sind nun die Reaktionen von Julian Assange, welcher sich jedes mal als Peter Pan der Informationsfreiheit darstellt.

Wie die Zeitung schreibt, ist Assange, der zurzeit in London weilt, darüber mehr als erzürnt: Er sei «bei Telefonaten – diplomatisch ausgedrückt – fuchsteufelswild über das Leck im Leck gewesen», so «Aftenposten». Assange wirft der Zeitung konkret vor, sich nicht wie die anderen Medien an die Spielregeln zu halten.

Das ist ja schlimmer als im Kindergarten. Da sieht man mal, wohin so ein Personenkult hinführen kann.

Erfreulicher Weise hat es nun OpenLeaks endlich geschafft, online zugehen. Wer von OpenLeaks noch nichts gehört hat, dem empfehle ich dieses Interview vom Freitag mit Daniel Domscheit-Berg zu lesen.

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