Aufgelesenes #11

von oscar

Exportschlager Demokratie: Nordafrika

Nordafrika ist fest in der Hand von Demokratoren, Leuten, die sich eventuell irgendwann haben wählen lassen und irgendwie gar nicht mehr loskommen von ihrer Macht. Inzwischen alle von den USA unterstützt. Im Osten (Ägypten) der Dauerbrenner Mubarak, der demnächst die demokratische Herrschaft an seinen Sohn weiterzugeben gedenkt. Kein Stress mit Israel, nicht zu radikal daherkommen, und man darf in Ruhe ‘diktieren’. Das gilt auch für Freund Saddam zwo, dem Revolutionsführer Gaddafi im angrenzenden Libyen. Seit er den Blutzoll für das Lockerbie-Attentat gezahlt und die USA im dritten Golfkrieg unterstützt hat (ganz im Gegensatz zum zweiten), lässt man ihn in Ruhe.

Kindern den Kommunisten austreiben

Sehen Sie, zum Beispiel meine Tochter, die hat neulich ihr Pausenbrot mit einem Schüler geteilt, der hungrig und ohne Brot war – ich habe ihr diese kommunistischen Flausen ausgetrieben: sie bekommt ab sofort kein Pausenbrot mehr mit! Das muß man tun, solange der Kommunismus sich wieder gesellschaftlich in Nischen schleicht; der Antikommunismus muß erhungert werden, wenn nötig. Sähe ich, dass sie zu viel Mitleid mit jemanden hat, der behindert ist oder einfach nur arm, würde sie sogar mit ihren kindlichen Worten soziale Teilhabe für einen solchen Personenkreis einfordern, ich würde umgehend intervenieren, ich würde ihr ausgiebig darlegen, dass Mitleid keine Zier ist, sondern ein Denkfehler – die Natur lehrt uns: sei hart, dann überlebst du – und nur dass du überlebst ist wichtig; die anderen sollen sich um sich selbst kümmern, dann ist jedem geholfen.

Reichtum und Armut

Die Schere zwischen arm und reich klafft eben nicht nur auf Studien und Statistiken auseinander, sondern überall im alltäglichen Leben. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge meinte einmal sinngemäß: arm sein unter Armen sei auszuhalten, aber arm sein unter protzendem Reichtum ist unerträglich.

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