Das Versagen des Journalismus

von oscar

Würde der Journalismus in diesem Land funktionieren, hätte es diese für unsere Demokratie eklatanten Fehlentwicklungen nicht geben können. Wenn die taz und die Wochenzeitung derFreitag einen Medienkonkress veranstalten, mit der Frage «Als was verstehen sich Journalisten heute? Als Kontrolleure oder als Moderatoren der Macht?», dann muss ihnen entgegenschallen: «Weder noch, Journalismus ist heutzutage meist nicht mehr, als PR für den, der es sich leisten kann, oder den, der eine gute Schlagzeile hergibt.» Die zu Guttenbergs und Dieter Bohlen sind ein Spiegelbild des heutigen Journalismus in Deutschland. Damit lässt sich keine Gesellschaft formen und für eine gemeinsame Zukunft festigen. Damit erodiert unsere Gesellschaft, unser Miteinander, das, was unsere Väter und Großväter aufgebaut haben.

Nicht nur Politik und Wirtschaft schädigen dieses Land mit ihrem Wirken immens. Mindestens genauso gefährlich ist das Versagen der Medien. Wenn in einem Kommentar der FAZ zu den Studentenprotesten in England davon gesprochen wird, dass das Erziehungswesen in England versagt habe, dann kann und muss man fragen, inwieweit der Kollege noch mit beiden Beinen innerhalb einer funktionierenden und auch streitenden Demokratie steht. Wenn den Gegnern von Stuttgart 21 das Demonstrieren verboten werden soll, dann ist der Gedanke an chinesische Verhältnisse nicht mehr weit. Wenn der Axel-Springer-Konzern mit seinen Flaggschiffen Welt und Bild als Journalismus angesehen und deutschlandweit zitiert wird, dann hat dieses Land ein großes Problem, dem man entgegen treten muss.

Das Problem sind vielleicht gar nicht mal Politik und Wirtschaft. Seien wir ehrlich: wir würden Freunden und Bekannten auch eher einen Auftrag anvertrauen, als ihn öffentlich auszuschreiben. Wenn im Gegenzug Sohnemann eine Ausbildungsstelle bekommt, ist beiden Seiten geholfen. Das passiert täglich in Deutschland — im Großen und im Kleinen. Gefährlich wird es aber erst, wenn niemand mehr da ist, der solche Dinge aufdeckt und kontrolliert. Und genau an dieser Stelle muss sich der Journalismus die Frage stellen lassen, inwieweit er seine durch das Grundgesetz geschützte Aufgabe noch erfüllen kann.

Hier den kompletten Artikel lesen.

Ein Dank geht auch an Ali, der mir die Seite gezeigt hat! ;)

 

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